Mietrecht: Gestört durch Kinderlärm: Welche Rechte hat man?

Immer mehr Mietern und Wohnungseigentümern sind sich der Rechtslage nicht bewusst und so häuften sich in den vergangenen Jahren Beschwerden über lärmende Nachbarskinder.

Wie gegen andere Einwirkungen wie z. B. Gerüche, kann man auch gegen Kinderlärm nur vorgehen, wenn dieser das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreitet und die ortsübliche Benutzung der Wohnung wesentlich beeinträchtigt. Dabei handelt es sich um einen objektiven Maßstab – diesubjektive Lärmempfindlichkeit spielt keine Rolle.

Ob ein konkreter Lärm noch zumutbar ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Hier bietet die Rechtsprechung einige Anhaltspunkte: Typischer Kinderlärm, wie gelegentliches Spielen und Lachen, ist zu dulden. Unzulässig ist jedoch ganztägiger Lärm, dem die Eltern keinen Einhalt gebieten; auch die Nacht- und Wochenendruhe, je nach Gemeinde unterschiedlich,ist möglichst einzuhalten. Schließlich spielt das Alter der Kinder eine Rolle: Schreiende und weinende Kleinkinder sind zu tolerieren, das stundenlange Herumtoben von Acht- und Zehnjährigen hingegen nicht.

Sollte der Lärm das zulässige Ausmaß übersteigen, kann man sich mit einer Unterlassungs- oder Besitzstörungsklage zur Wehr setzen.Auch eine Anzeige wegen ungebührlicher Erregung störenden Lärms nach dem niederösterreichischen Polizeistrafgesetz ist möglich. Als Mieter kann man unter gewissen Voraussetzungen vom Vermieter Abhilfe verlangen oder eine Mietzinsminderung geltend machen.